KAB-Landesvorsitzender Schiedermeier:
Verlängerung der Arbeitszeit kostet weitere Arbeitsplätze

Deutlich prangerte er das Verhalten der großen Unternehmen an. Das Motto der KAB-Großveranstaltung zum 1. Mai lautete „Die Zukunft meistern in sozialer Gerechtigkeit.“
„Unsere Forderungen werde gerne als Gefährdung der Wirtschaft, des Wachstums und der Konkurrenzfähigkeit abgetan. Wir haben fünf Millionen Arbeitslose. Die erste Forderung heißt deshalb ganz klar für uns: Sie müssen wieder in den Arbeitsprozess eingegliedert werden.“
„Die großen Unternehmen sparen ständig Arbeitsplätze ein, um konkurrenzfähig zu bleiben, wie sie behaupteten. Ich behaupte, sie sind konkurrenzfähig. Wir sind so erfolgreich im Export wie kein anderes Land.
Dazu kommt, dass der Gewinn 2004 für die größten deutschen Unternehmen im Deutschen Aktienindex um sage und schreibe 80 Prozent gestiegen ist: von 18,6 auf 34,5 Milliarden Euro – und das bei sinkender Mitarbeiterzahl.“
Von der Bundesregierung verlangte der Festredner, dass diese sich bei Besteuerung und Förderung deutlicher als bisher an der Schaffung von Arbeitsplätzen orientieren solle.
Die Verlängerung der Arbeitszeit koste Arbeitsplätze, machte Schiedermeier klar. Solidarität sei dies nicht, wenn viel mehr arbeiteten und dann noch mehr Menschen keine Arbeit finden. Urlaubsgeld sei fast überall gestrichen, Weihnachtsgeld gekürzt, und es werde mehr gearbeitet für den gleichen Lohn. Dies führe dann zu geringeren Beiträgen in den Sozialkassen.
Globalisierung und EU-Erweiterung müssten oft für unsolidarisches Handeln herhalten. Schiedermeier betonte, dass er dagegen sei, die Ärmsten in der EU und weltweit auszunutzen, um die Gewinne noch weiter zu maximieren. „Wir KABler fordern Solidarität mit den Armen und Ärmsten.
Die Arbeitslosen erhalten geringere Leistungen über einen kürzeren Zeitraum. Sie tragen gezwungenermaßen ihren Anteil zur Solidarität bei, während andere in Saus und Braus leben.
Auch bei der Krankenversicherung sinken die Leistungen, die Patienten zahlen immer mehr zu. Die Kopfpauschale sei ein weiterer Beitrag, die Solidarität zwischen Gering- und Gutverdienenden zu beseitigen.
Gefährdet sei auch die Altersvorsorge. „Die einst gut gefüllte Kasse der Rentenversicherung wurde planmäßig vom Staat geplündert“, beklagte Schiedermeier.
Mahatma Gandhi habe sieben soziale Sünden benannt: Politik ohne Prinzipien, Wohlstand ohne Arbeit, Handel ohne Moral, Vergnügen ohne Gewissen, Erziehung ohne Charakter, Wissenschaft ohne Menschlichkeit und Religion ohne Opfer.
„Kämpfen wir dagegen, wo immer wir auf diese Sünden stoßen“, appellierte Schiedermeier. Es müsse alle Kraft dafür eingesetzt werden, für soziale Gerechtigkeit zu streiten.