125 Jahre Verband der Katholischen Arbeitervereine in Bayern

München, 18. Februar 2017. "125 Jahre Verband der katholischen Arbeiter- und Arbeiterinnen-Vereine in Bayern sind nicht nur Erinnerung an Erfolge und Rückschläge, sondern auch Aufforderung und Auftrag die aktuellen Herausforderungen in Gesellschaft und Arbeitswelt anzunehmen", so Erna-Kathrein Groll, Vorsitzende der Landesarbeitsgemeinschaft der KAB in Bayern in der Jubiläumsveranstaltung.

Mit einem Festgottesdienst und einem anschließenden Fest im Münchener Salisianum ließen die ehemalige Bundesvorsitzende Sabine Schiedermair, Tobias Späth von der Jugendbildungsstätte Waldmünchen und der Magier Donatus Weinert die 125jährige Geschichte der KAB in Bayern Revue passiere. Der Schauspieler und Öko-Bauer Martin Winklbauer stellte im Kostüm von Bischof Wilhelm Emmanuel von Ketteler erneut die "soziale Frage".

Die hatte auch der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Reinhard Kardinal Marx in seiner Festpredigt aufgegriffen und in die heutige Zeit gestellt. Es gehe nicht darum "We first!", sondern "Wir für alle!", kritisierte der Münchener Erzbischof die Politik von Trump, Orban, Le Pen und anderen Rechtspopulisten, die Grenzen schließen und Solidarität aufkündigen.

Gleichzeitig kritisierte Marx die Wirtschaft des ungezügelten Kapitalismus, die mit ihrem ständigen Ruf nach Wachstum unmenschlich sei. Als Christen sind wir herausgefordert, gegen die Schere zwischen Arm und Reich, gegen unmenschliche Arbeitsbedingungen und für die Gleichberechtigung von Männern und Frauen einzutreten. 

Kardinal Marx dankte ganz besonders dem ausscheidenden KAB-Landespräses Charles Borg-Manché

Beim Rückblick durch die Geschichte erinnerte die ehemalige Verbandsvorsitzende Hedwig Fischer an die Kämpfe des Süddeutschen Verbandes, gleichberichtigt in der Leitung der KAB Süddeutschlands und später im KAB Bundesverband mitzuwirken. Aber auch die Anerkennung von Erziehungszeiten und die Sozialversicherungspflicht ab der ersten Mark seien wichtige Etappen für die Frauen und Mütter in der KAB gewesen.

Die ehemalige Landesvorsitzende Hedwig Fischer erinnerte an den Kampf um die Parität.

In einer Talk-Runde berichtete Bundesvorsitzender Andreas Luttmer-Bensmann über die Herausforderungen, die sich die KAB als Verband stellen muss. Bedingt durch den Mitgliederrückgang der letzten Jahre müssen neue Formen der Finanzierung und der Kampagnenfähigkeit erarbeitet werden, wenn die KAB auch in Zukunft Gesellschaft, Kirche, Arbeitswelt und Politik mit einer starken Stimme mitgestalten wolle.

KAB-Bundesvorsitzender Andreas Luttmer-Bensmann sprach über die Zukunft des Sozialverbandes