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Offener Brief

Mit einem Offenen Brief hat sich in diesen Tagen der Landesvorstand der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) in Bayern an Vertreter der Bayerischen Staatsregierung gewandt. Neben Ministerpräsident Markus Söder erhalten das Schreiben auch die zuständigen Staatsminister Hubert Aiwanger und Staatsministerin Carolina Trautner sowie die Fraktionsvorsitzenden der demokratischen Parteien.

In diesem Schreiben bitten die Verfasser die politisch Verantwortlichen darum, bei der Wiederbelebung der bayerischen Innenstädte nach der Pandemie nicht zuerst und ausschließlich an Sonntagsöffnungen zu denken. Denn davon würden gerade diejenigen nicht profitieren, die den Charme einer Innenstadt ausmachten: „Bisherige Erfahrungen haben zweifelsfrei belegt, dass ausschließlich große Filialisten zu den Gewinnern einer Sonntagsöffnung zu zählen sind, Einzelbetriebe aber wenig erlösen konnten.“

In diesen Zeiten „litten (die Bürgerinnen und Bürger) nicht am Verzicht auf den Besuch der Bekleidungsgeschäfte, sondern am Verzicht auf persönliche Kontakte“ wie es im Schreiben konkret heißt. Gerade gehe es mehr um gemeinschaftsstiftende Veranstaltungen als um die Befriedigung des Shopping-Begehrens.

Der Brief endet mit der Zuversicht, dass die Wiederbelebung des Einzelhandels mit ebenso viel Fingerspitzengefühl herbeigeführt werde wie das Navigieren durch die Krise gelungen sei. 

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Care-Arbeit ist nicht alleine Frauensache!

Der Bayerische Landesfrauenrat fordert: Sorgearbeit im Lebenslauf absichern!
Das Positionspapier finden Sie hier

Nach Corona: Frauen fordern Lösungen

Arbeitskreis der KAB sieht Defizite bei Gleichberechtigung und fordert neue Modelle für Frauen und Familie. 

Der Arbeitskreis "Frauen" der KAB-Bayern hat sich per Videokonferenz mit den Beobachtungen und Erfahrungen der Teilnehmerinnen im Lockdown auseinandergesetzt. Angelika Görmiller, Sprecherin des AK Frauen, fasst zusammen: 

  • Care-Arbeit (Erziehung und Pflege) leisten weitgehend die Frauen/Mütter. Dafür reduzieren sie Arbeitszeit, nehmen Urlaub. 
  • Mobiles Arbeiten von zu Hause aus kam den Frauen entgegen 
  • Gleichzeitig: Abgrenzung privat/privater Raum zu Arbeit/Arbeitsbereich ist vielfach nicht mehr gegeben 
  • Entgrenzung von Leistung und Zeit 

Was der AK Frauen fordert: 

  • Corona hat das Brennglas auf die Fakten gerichtet. Gleichberechtigung von Frauen und Männern war nie hergestellt. Staat und Gesellschaft haben dafür zu sorgen, dass der Anspruch nicht nur rechtlich umgesetzt wird. Dabei kommt es auf Quotenmodelle und verpflichtende Parität an. 
  • Familien und Frauen brauchen andere Arbeits- und Lebenszeitmodelle und deren Bezahlung
  • Frauen und Familien brauchen zielgerichtete - nicht nur finanzielle - Förderung zur Umsetzung von Vereinbarkeit von Familie und Beruf 
  • Das Lohnniveau in den Care-Berufen hat die Systemrelevanz und die Belastungen in diesen Berufen abzuzeichnen. In den systemrelevanten Berufen arbeiten viele Menschen, besonders Frauen, geringfügig. 
  • Frauen arbeiten überwiegend in Teilzeit. Sie brauchen das Recht auf Rückkehr in Vollzeit. 
  • Digitalisierung und mobiles Arbeiten braucht einen Rahmen, der die Menschen schützt. 
  • Chancengleichheit: Zugang zu digitalen Medien entscheidet u. a. über Teilhabe und Bildungsmöglichkeiten
  • Corona hat gezeigt, dass Menschen "sich verlieren", wenn sie kaum oder keine soziale Kontakte haben. Arbeitswelt, aber auch Maßnahmen im Katastrophenschutz sind so anzulegen, dass dies möglich ist 
  • Übermäßig belastet wurden im Lockdown Alleinerziehende, Kranke und Behinderte. Das wussten wir vor Corona! Mehr Steuergerechtigkeit ist angebracht

Angelika Görmiller/Passauer Bistumsblatt Nr. 36/6. September 2020

KAB fordert: Nicht nur Applaus für die Beschäftigten in der Pflege

Tarifparteien sollen zukunftsfähige Entscheidungen treffen

Die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) im Diözesanverband Augsburg hat die Solidarität mit den Beschäftigten in der Pflege bekundet. Ziel bei den derzeitigen Tarifverhandlungen sei eine spürbare Anerkennung der Leistung der Beschäftigten in der Pflege sein, wobei das Reinigungspersonal davon nicht ausgenommen sollte.

„Wir halten jetzt den Zeitpunkt für gekommen, aus Worten Taten werden zu lassen und erklären uns solidarisch mit den Beschäftigten in der Pflege“, so heißt es in der Solidaritätsbekundung. Die KAB-Aktiven auf Diözesanebene formulieren:

  • "In einer Zeit, in der den Beschäftigten in der Altenpflege in den Tarifverhandlungen keine spürbare Aufwertung ihrer Arbeit angeboten werden soll, obwohl diese über Wochen hinweg (nicht nur) durch die Politik angekündigt worden war.
  • In einer Zeit, in der Beschäftigten in der Krankenpflege der pompös angekündigte Pflegebonus nun doch nicht zugestanden werden soll, obwohl diese in den vergangenen Monaten ebenso Großes geleistet haben wir ihre Kolleginnen und Kollegen in der Altenpflege."

Die KAB führt weiter an, dass es erst wenige Wochen her sei, dass der Deutsche Bundestag dem Motto „Aufstehen für die Pflege“ gefolgt ist und so seine Wertschätzung allen Beschäftigten gegenüber ausgedrückt habe. Das sei ein wertvolles Zeichen gewesen. Umso wichtiger sieht die KAB es nun, dieser noblen Geste auch handfeste Taten folgen zu lassen.

Man verstehe es daher nicht, dass gerade die Beschäftigten, die in der Hochphase der Krise nicht nur deutlich länger und mit weniger Pausen gearbeitet haben, sondern dabei auch ständig begleitet von der Gefahr einer Infizierung waren, nun bei der Auszahlung des Pflegebonus keine Berücksichtigung fänden. Hier soll die Politik ihre Entscheidung korrigieren und bei den Tarifverhandlungen für die Altenpflege dürften die leeren Kassen keine Relevanz haben. Die Tarifvertragsparteien fordert die KAB dazu auf, hier zukunftsfähige Entscheidungen zu treffen, damit sich auch wieder mehr Auszubildende für diesen wertvollen Beruf entscheiden.

Hier finden Sie die Solidaritätsadresse des KAB Diözesanverbands Augsburg

Bayerische Diözesanverbände aktiv beim Aktionstag für einen höheren Mindestlohn

Aktionstag am 29. Februar war ein großer Erfolg:
Große Unterstützung bei den Passanten

Am bundesweiten Aktionstag haben sich auch die bayerischen Diözesanverbände aktiv beteiligt. Sie gingen mit der Forderung nach einem höheren Mindestlohn auf die Straße und wiesen damit auf die Aktivitäten des katholischen Arbeitnehmer*innen-Verbandes hin. Der Verband versteht das als Auftakt einer Kampagne.

Mithilfe einer Waage haben die Engagierten am letzten Februarsamstag auf das Dilemma der Niedriglohnbezieher aufmerksam gemacht. „So erfreulich die Tatsache ist, dass es einen Mindestlohn gibt, so problematisch ist der Sachverhalt, dass dessen Höhe nicht ausreicht“ betonte Peter Ziegler, der Landesvorsitzende der KAB Bayern. Während die EU-Kommission eine Mindestlohnhöhe von 60 % des Durchschnittseinkommens für angemessen hält, liege er in Deutschland gerade bei 46 %. Er sehe hier dringenden Handlungsbedarf. Im Übrigen teile er diese Sicht mit dem Mitglied des Sachverständigenrats der Bundesregierung, Prof. Achim Truger.

Diese Forderung kam auch bei den meisten Passanten in Ingolstadt, München, Würzburg und Augsburg gut an. Sehr schnell stand die Frage nach einer Petition im Raum. Für die Engagierten war diese Forderung jedoch aktuell nur ein Beispiel für die zahlreichen Handlungsfelder, mit denen sich die KAB beschäftigt – und warum sie mit einer Mitgliedschaft zu unterstützen ist…

Vertreter*innen der KAB-Diözesanverbände in Bayern stellen sich hinter das Volksbegehren zur besseren Pflege

KAB-Geschäftsführer unterstützen Anliegen für mehr Pflegepersonal – noch einmal mehr Engagement im Endspurt angemahnt

Die Vertreterinnen und Vertreter der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) aus den bayerischen Diözesanverbänden hatten am Rande einer gemeinsamen Sitzung nochmals unterstrichen, dass ihnen das Thema „Pflege“ sehr am Herzen liegt. Die Diözesanverbände beteiligten sich daher gerne an den Aktivitäten, die dem Volksbegehren für einen besseren Pflegeschlüssel zum Erfolg verhelfen wollen.