Jahresempfänge

Jahresempfang 24. Juni 2022

Die Botschaft des "Trotzdem" - Jahresempfang der KAB befasst sich mit Situation der Kirche

Nach pandemiebedingter Pause fand in diesem Jahr wieder der Jahresempfang der KAB Bayern statt. Unter der Überschrift „Dran glauben – müssen wir oder können wir?“ stand als Thema die Zukunft der Kirche im Mittelpunkt: zahlreiche Partnerinnen und Partner aus dem politischen Raum waren gekommen, um den Impulsen von Michael Schrom, Redakteur bei publik forum zu folgen. 
Traditionell zum Gottesdienst um 16:00 Uhr sollten sich die Gäste des diesjährigen Jahresempfangs versammeln – wäre da nicht ein wolkenbruchartiges Gewitter dazwischengekommen. So füllten sich erst die Kirche und später auch der Veranstaltungsraum eher nach und nach – aber dafür umso prominenter: neben ehemaligen Landesvorsitzenden waren auch Vertreter von DGB, Bündnis für Toleranz, Erzbischöflichem Ordinariat sowie mehrerer im Landtag vertretenen Parteien gekommen, um den Festakt zu bereichern.
In einer engagierten Predigt im Gottesdienst betonte KAB-Bundespräses Stefan Eirich, warum er bei aller Wut und allem Zorn über seine Kirche niemals austreten würde. Er belegte das an mehreren Punkten und machte so seine tiefe Verbundenheit deutlich. Angereichert mit entsprechenden Liedern war es ein KAB-Gottesdienst im besten Sinne des Wortes, der bei den Anwesenden sehr gut ankam.
Der offizielle Teil selbst war wieder eine gelungene Abwechslung von bekannten und beschwingten Popliedern und den offiziellen Reden – hier standen Grußworten der anwesenden Landepolitiker Diana Stachowitz (SPD), Nikolaus Kraus (Freie Wähler) und Andreas Lorenz (CSU) auf der Tagesordnung. Sie betonten die starke Verbundenheit mit dem Verband und dessen gesellschaftspolitische Bedeutung.
Anschließend führte Michael Schrom aus, welchen Herausforderungen sich Kirche heute zu stellen hat. Am Beispiel seines elfjährigen Sohnes machte er deutlich, dass die wichtigen Inhalte des Gottesglaubens schon rein begrifflich nicht mehr verstanden werden. Ein weiteres Beispiel galt der Betriebsseelsorge der Diözese Rottenburg-Stuttgart, die sich engagiert für Arbeiter auf der Großbaustelle Stuttgart 21 einsetzte, denen ihr Lohn vorenthalten wurde. Zuletzt betonte er, die Kirche sei Sachwalter des Unerklärlichen, das sie den Menschen immer wieder nahebringen müsse.
Mehr dazu: Die fünf Thesen des Michael Schromm
 

statt Jahresempfang: online-Picknick-Gespräch mit StMin Carolina Trautner und Alois Glück

„Sonntags ohne Anlass zu öffnen ist keine Lösung“

Staatsministerin Carolina Trautner stärkt Position der KAB – Alois Glück mahnt christlichen Auftrag zum Erhalt des Sonntags an

Bei einem digitalen Picknick-Gespräch mit der KAB Bayern betonte die bayerische Staatsministerin für Familie, Arbeit und Soziales den Schutz der freien Sonn- und Feiertage. Sie plädierte für dezentrale Runde Tische, um die Herausforderung der Belebung der Innenstädte in den Griff zu bekommen. Auch Alois Glück bestätigte die Bedeutung des Sonntags für eine intakte Gesellschaft.

Anstelle eines Jahresempfangs führte die Landesarbeitsgemeinschaft der KAB Bayern in diesem Jahr Anfang Juli ein virtuelles „Picknick-Gespräch“ zum Sonntagsschutz durch. Landesvorsitzender Peter Ziegler freute sich, neben vielen Engagierten aus dem Verband auch zahlreiche Kooperationspartner begrüßen zu dürfen, die mit ihrer Anwesenheit die Bedeutung der Thematik unterstrichen. Nach dem spirituellen Impuls von Landespräses Franz Schollerer stellte Alois Glück als erster Impulsgeber des Nachmittags die Bedeutung des Sonntags für den Zusammenhalt in den Mittelpunkt seiner Ausführungen. „Auch wenn die katholische Kirche für die Gesellschaft nicht mehr prägend ist, bleibt es auch weiterhin Auftrag der Christinnen und Christen, für den Sonntag einzutreten.“ Sie sollten dabei die Menschen eher dazu gewinnen als sie zu ermahnen.

Auch Staatsministerin Trautner als zweite Impulsgeberin betonte den Schutz der freien Sonn- und Feiertage. Das Wohl der Beschäftigten müsse im Blick behalten werden, diese hätten ein Recht auf Erholung und gemeinsame Zeit mit ihren Familien. Gerade viele kleinere Unternehmer hätten auch in der Zeit der Pandemie die Möglichkeiten der Ladenöffnung nicht ausgenutzt. Sie ist überzeugt, einfach „sonntags ohne Anlass zu öffnen, ist keine Lösung. Das ist schon rechtlich gar nicht möglich.“ Um die Innenstädte zu beleben brauche es einen Strauß an Maßnahmen, die in erster Linie vor Ort zu entwickeln seien. Die Regelungen zum Ladenschluss seien nicht das Allheilmittel, um den Konsum im stationären Einzelhandel anzukurbeln. Sie appellierte in diesem Zusammenhang für kommunale Lösungen.

In einem zweiten Schritt nutzten die Anwesenden die Möglichkeit, in kleineren Gruppen mit den beiden Impulsgebern ins Gespräch zu kommen. Dort standen dann ein Sonntagsschutzbericht, der Einfluss der Staatsregierung auf die Kommunen oder die versteckten Kosten des Online-Handels im Mittelpunkt der Diskussion. Staatsministerin Trautner versprach, die an sie gerichteten Anfragen mit in ihre praktische Arbeit zu nehmen. Ein Sonntagsgebet von Präses Schollerer und musikalische Einlagen eines Saxophon-Duos rundeten den Nachmittag ab.

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LAG Bayern feiert Jahresempfang

Unterstützung durch die Wissenschaft beim Thema „Erhalt der Regelungen zur Arbeitszeit“

Wertschätzung für die KAB von Seiten der Politik – Dr. Beermann: „Erholung wird Schlüsselbegriff der Zukunft sein“

Weit über achtzig Personen waren auch in diesem Jahr wieder zu Gast beim Jahresempfang der KAB Bayern. Sie sollten es nicht bereuen: neben Grußworten aller demokratischen Parteien im Landtag und lebendiger Musik war auch der Fachvortrag zur Flexibilisierung der Arbeitszeit durch eine Expertin vom Bundesinstitut für Arbeitsmedizin und Arbeitsschutz von hoher Qualität. Auch Rahmen und Buffet ließen auch in diesem Jahr wieder keine Wünsche offen.

Am Anfang stand ein von Landespräses Pfr. Franz Schollerer zelebrierter Gottesdienst, in dem dieser an die großen Aufbrüche in Kirche und Verband erinnerte und die Anwesenden dazu ermahnte, auch heute wieder für Veränderung zu einzutreten. Ihm stand in Pfr. Konrad Seidl der Priester an der Seite, der den Verband ebenfalls recht lange prägte. Positiv gestimmt marschierten die Besucherinnen und Besucher dann ein paar Meter weiter in den Wichernsaal, wo bereits weitere Gäste warteten. Dort begrüßte Peter Ziegler, der neue Landesvorsitzende der KAB Bayern die Ehrengäste, die vom Vorsitzenden des Landeskomitees der Katholiken über die Politikerinnen und Politiker der demokratischen Parteien im bayerischen Landtag bis hin zu befreundeten Verbänden und Organisationen wie dem Frauenbund und dem Bund Naturschutz reichten. Auch zahlreiche ehemalige und einige aktuelle Verantwortliche der verschiedenen Ebenen des Verbands waren gekommen.

Besondere Schmankerl waren in diesem Jahr die Lieder des Jazz- und Popchors Amasing, die die Wortbeiträge voneinander absetzten. Auf die Grußworte der politischen Vertreter folgte der Impulsvortrag von Frau Dr. Beermann von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, die den Verband darin unterstützte, sich für einen Erhalt der Regeln zur Arbeitszeiten stark zu machen. Sie legte dar, dass ihre Ausführungen nicht nur wissenschaftlich fundiert seien, sondern sich auch auf Befragungen von 20.000 Beschäftigten stützten. Bereits heute sei klar, dass die Arbeitswelt immer dichter und komplexer würde. Dasselbe gelte für die Welt der Familie. Daher betonte sie: „Erholung wird ein Schlüsselbegriff der Zukunft sein.“ Wenn alles immer schneller und komplexer werde, stelle man zu Recht die Frage, warum das auch noch verlängert werden solle. Aufgrund der drohenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen mahnte sie eindringlich, sowohl an der Ruhezeitenregelung wie am Achtstundentag festzuhalten. Die Wissenschaft habe sogar erkannt, dass die Produktivität an einem Arbeitstag mit sechs Stunden am höchsten sei.