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09.01.2019

KAB: Amazons Smile-Aktion ist für Arbeitnehmer nicht zum Lachen

Gegen eine Vereinnahmung des Versandhandel-Riesen Amazon wehrt sich die KAB Deutschlands. Der US-Konzern hat die KAB im Diözesanverband Rottenburg-Stuttgart ohne dessen Wissen in die AmazonSmile-Programm aufgenommen.

 "Es grenzt schon ans Perfide, wenn Amazon-Konzern, der Tarifverträge ablehnt und Betriebsräte behindert, die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung ohne zu fragen oder zu informieren in eine Spendenliste aufnimmt, obwohl wir uns gegen die betrieblichen Praktiken des Internet-Händlers öffentlich aussprechen", betont Peter Niedergesäss, Mitglied des KAB-Bundesausschusses und Diözesansekretär im Bistum Rottenburg-Stuttgart. 

Dies ist bereits der dritte Versuch des Konzerns, die KAB zur Imagepflege auszunutzen. Bereits vor über einem Jahr wurde die KAB im Bistum Augsburg und im Bistum Aachen ins AmazonSmile-Programm ohne Informationen und gegen den Willen der KAB-Verantwortlichen aufgenommen. KAB-Bundesvorsitzender Andreas Luttmer-Bensmann spricht sich gegen die ungewollte Vereinnahmung massiv aus. "Das AmazoneSmile-Programm ist nicht zum Lachen, wenn hier auf Kosten von Arbeitnehmer*innen versucht wird, sich ein soziales Deckmäntelchen über zuziehen und die Behinderung von Gewerkschaften und Betriebsräten zu kaschieren, ohne die Spendenempfänger rechtzeitig zu informieren. Die Spenden müssen transparent sein", so der Bundesvorsitzende. Wer bei Amazon kauft, kann mit dem Smile-Programm gleichzeitig spenden. Das Spenden erledigt der US-Konzern, der 0,5 Prozent der Einkaufssumme an die bevorzugte Organisation weitergibt, ohne Abzüge und ohne Preiserhöhung für den Kunden.

Raus aus dem AmazonSmile-Programm

Der KAB-Diözesanverband hat nun Amazon angemahnt, Tarifverträge zu akzeptieren, die Verhandlungen mit Gewerkschaften aufzunehmen und die Menschen im Unternehmen entsprechend ihrer Würde zu behandeln. Bei einer positiven Reaktion "sind wir gerne bereit in die Spendenliste aufgenommen zu werden. Doch unter den bisherigen Arbeitsbedingungen bei Amazon können wir es mit den für uns wichtigen Grundsätzen der Katholischen Soziallehre und der deutschen Mitbestimmungsrechte nicht vereinbaren. Bitte streichen Sie uns umgehend aus der Spendenliste", fordert Peter Niedergesäss. 

Schwere Pakete, schlechte Arbeitsbedingungen und Probleme mit der Mitbestimmung zeichnen den Internethändler Amazon aus.