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12.06.2019

Sonntags-Allianz und Beschäftigte kämpfen für den freien Sonntag

Die bundesweite Bündnis "Allianz für den freien Sonntag" hat heute zusammen mit etwa 150 Einzelhandelsbeschäftigten in Fulda lautstark in der Innenstadt gegen die Aushöhlung des Sonntagsschutzes protestieren.

An der Aktion beteiligten sich unter anderem Beschäftigte von Karstadt, Kaufhof und Zara. Anlass sind die immer wieder absehbar rechtswidrig erteilten Genehmigungen für Sonntagsöffnungen im Handel sowie politische Vorstöße, den Sonntagsschutz weiter auszuhöhlen.

"Der freie Sonntag ist für alle Beschäftigten ein wichtiger Tag. Wenn wir die gesellschaftlichen Zeichen ernst nehmen, sehen wir, dass viele Menschen über arbeitsbedingten Stress klagen. Die Antwort darauf kann aber nicht sein, dass Beschäftigte im Einzelhandel noch mehr sonntags arbeiten müssen, damit gestresste andere Arbeitnehmer die Einkäufe erledigen, zu denen sie unter der Woche nicht kommen. Wenn wir dem Hamsterrad aus Arbeit und Rund-um-die-Uhr-Gesellschaft etwas entgegen setzen wollen, müssen wir den arbeitsfreien Sonntag besser schützen", sagte Maria Etl, Bundesvorsitzende der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung.

Rechtswidrige Genehmigungen stoppen

"Im Einzelhandel müssen Beschäftigte durch die langen Öffnungszeiten faktisch von Montag früh bis Samstagabends zur Verfügung stehen. Der Sonntag ist der einzige Tag, der noch für Familie, Freunde oder andere Freizeit verlässlich planbar ist. Für die vielen Frauen im Einzelhandel oder junge Beschäftigte mit Familien ist Sonntagsarbeit eine enorme Belastung. Die Angriffe auf den arbeitsfreien Sonntag und rechtswidrige Genehmigungen müssen ein Ende finden", forderte Orhan Akman, Bundesfachgruppenleiter Einzelhandel, für die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di).
"Der arbeitsfreie Sonntag ist aus guten Gründen durch das Grundgesetz geschützt. Für den gesellschaftlichen Zusammenhalt ist ein Tag wichtig, an dem Lohnarbeit und Konsum zurücktreten und Zeit ist für andere Dinge, wie Freizeit, ehrenamtliches sowie politisches Engagement oder ein soziales Leben in Vereinen, Verbänden und Kirchen", betonte Ralf Stroh, theologischer Referent für Wirtschafts- und Sozialethik beim Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt (KDA). 

Wildwuchs der Länderregierungen endlich stoppen

"Wir sehen leider, dass es immer noch unzählige absehbar rechtswidrige Genehmigungen der Behörden für Sonntagsöffnungen gibt. Zudem nehmen die Vorstöße zu, den Sonntagsschutz im Handel weiter auszuhöhlen, etwa durch den bayerischen Wirtschaftsminister, aber auch durch Initiativen der FDP in diversen Bundesländern. In NRW hat die schwarz-gelbe Landesregierung die Zahl der möglichen Sonntagsöffnungen bereits 2018 erhöht. Und in Hessen versäumt es die Regierung gerade, aus Anlass der Überarbeitung des Ladenöffnungsgesetzes die Zahl der Sonntagsöffnungen einzuschränken. Diesen Entwicklungen treten wir entschieden entgegen. Wir fordern alle Landesregierungen sowie Behörden auf, den arbeitsfreien Sonntag im Handel nicht weiter auszuhöhlen, sondern endlich besser im Interesse der Einzelhandelsbeschäftigten zu schützen", sagte Erwin Helmer von der Katholischen Betriebsseelsorge. "Der Wildwuchs der Ländesregierungen muss endlich gestoppt werden. Verbraucher, Beschäftigte und Geschäftsleute werden von den Ministerpräsidenten Laschet, Bouvier, Söder und Co an der Nase herumgeführt. Wir müssen endlich zurück zu einem bundesweiten Sonntagsschutz", so die KAB-Bundesvorsitzende Maria Etl.

Die Bundesallianz für den freien Sonntag (www.allianz-fuer-den-freien-sonntag.de) ist ein Zusammenschluss der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) und Arbeitnehmerorganisationen der evangelischen und katholischen Kirche, namentlich: Evangelischer Verband Kirche, Wirtschaft, Arbeitswelt (KWA), Bundesverband evangelischer Arbeitnehmerorganisationen (BVEA), Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB), Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt (KDA) sowie Katholische Betriebsseelsorge.

Bitte beachten Sie auch unsere Pressemitteilung weiter unten 

 und den Film zum Sonntagsschutz

Trotz Stark-Regen ein starker Protest gegen Sonntagsöffnung

KAB Bundesvorsitzende Maria Etl plädiert für einen bundesweiten Sonntagsschutz

Starker Protest von Einzelhandelsbeschäftigten vor der Karstadt Filiale

Erwin Helmer beklagt die vielen rechtswidrigen Genehmigungen der Behörden für Sonntagsöffnungen

Eine Betriebsrätin von Zara