Schockstarre ist die völlig falsche Reaktion

Köln, 8. September 2026: Der Bundesvorstand der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) betont in seiner Reaktion auf das Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt seine Solidarität mit den Menschen, die sich große Sorgen über die weitreichenden Folgen des Erfolgs der AfD machen.

Es gelte vor allem mit jenen solidarisch zu sein, die mit Herzblut für eine offene Politik gekämpft und sich schon vor der Wahl für Demokratie und Menschenrechte eingesetzt haben.

Der KAB-Bundesvorstand kritisiert zugleich, dass der Fokus der laufenden Auswertung des Wahlergebnisses zu sehr auf den Spitzenkandidaten liege. „Eine Politik der Ausgrenzung und Spaltung widerspricht unserer christlichen Überzeugung zutiefst. Als Bewegung von Arbeitnehmer:innen erteilen wir rechten Ideologien, die die Rechte von Arbeitnehmenden beschneiden und den Sozialstaat abbauen wollen, eine klare Absage“, so der Bundesvorstand.

Gleichzeitig zeigt sich der Bundesvorstand fassungslos und zutiefst enttäuscht über das Schweigen von Bundeskanzler Friedrich Merz am Wahlabend, an dem eine vom Landesverfassungsschutz als „gesichert rechtsextrem“ eingestufte Partei die Wahl mit deutlichem Abstand vor den demokratischen Kräften und fast absoluter Mehrheit gewonnen hat. Merz hätte in diesem Moment der Zäsur für die freiheitlich-demokratische Ordnung Deutschlands nicht schon wieder abtauchen dürfen. Merz hat es versäumt, in einer der vermutlich dunkelsten Stunden der deutschen Demokratie sich mit Empathie und klarer Kante gegen den Rechtsextremismus an die Menschen in Deutschland zu wenden.